In der vergangenen Woche kursierten in den Medien Aufnahmen von dramatischen Szenen an der Belarus-Polen Grenze. Sind entsetzliche Bilder von Tausenden von flüchtenden Migranten aufgetaucht, die ohne Essen, Wasser oder Unterkunft zwischen der Grenze festsitzen. Gezwungen, eisige Temperaturen zu ertragen, warten die vielen verzweifelten Flüchtlinge direkt an der Grenze mit Lagerfeuern und Zelten. Viele sind aus Ländern wie Irak und Syrien gekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in der EU. Die Realität dieser verzweifelten Migranten sieht jedoch ganz anders aus. Statt eines sicheren, erfolgreichen neuen Lebens werden sie mit menschenunwürdigen Bedingungen, Manipulation und Gewalt konfrontiert. Beide Länder haben mehr als 10’000 Soldaten in dem Gebiet stationiert und Beobachter befürchten eine Eskalation der Lage.
Die meisten Flüchtlinge fliehen über Weißrussland und versuchen über Polen die EU-Außengrenze zu überqueren auf der Suche nach einem neuen Leben, vor allem in Deutschland. Interviews mit einigen Migranten selbst zeigen, dass die Weißrussischen Behörden den illegalen Grenzübertritt der Migranten fördern und ihnen dieses neue Leben versprechen. Lukaschenko lasse Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak nach Minsk einfliegen, um sie dann an die polnische Grenze und damit in die EU zu schleusen. Diese von belarussischen Behörden geförderten Grenzübertritte verursachen Spannungen zwischen Polen, anderen EU-Staaten und Weißrussland. Sie glauben, dass es einen Rachefeldzug gegen die EU ist - nicht mit Panzern und Granaten, sondern mit unbewaffneten Menschen.
Im spiel mit dem trauma der europäischen flüchtlingskrise ist Lukaschenko’s racheplan gegen die EU-sanktionen offensichtlich sehr zynisch. Lukaschenko kündigte an, “Wir werden niemals jemanden aufhalten. Sie kommen ja nicht zu uns. Sie gehen in das aufgeklärte, warme, komfortable Europa. Europa, vor allem Deutschland, wo es nicht genügend Arbeiter gibt, hat diese Leute eingeladen.” Also ist es klar, dass dies ein politischer Angriff ist und er die offene Flanke Europas ausnutzt. Eine Union, die bis heute kein gemeinsames Asylsystem hat, keine einheitlichen Standards, kein faires Verfahren im Umgang mit Geflüchteten, die ist und bleibt erpressbar. Vielleicht muss noch mehr getan werden, um eine Wiederholung einer solchen Krise zu verhindern.
Quelle: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-944643.html
ReplyDeleteDas ist ein sehr interessanter Blog. Ich finde es erstaunlich, dass Menschen wie Lukaschenko so grausam gegenüber unschuldigen Migranten sein können, die nur Zuflucht suchen. Er benutzt sie als Waffe gegen die EU und ich vertrete die Auffassung, dass es absolut unmoralisch ist