In Deutschland liest man immer mehr erschreckende Schlagzeilen über häusliche Gewalt gegen Frauen. Während die Fälle schon seit Jahren stetig ansteigen, zeigen Studien, dass die Pandemie einen weiteren Anstieg bewirkt hat.
In Deutschland wird im Durchschnitt jeden Tag ein versuchter Mord an einer Frau gemeldet. Im Jahr 2020 wurden 139 Frauen durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners getötet.
Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht kritisiert, dass diese Verbrechen in den Medien oft banalisiert und als "Tragödien" bezeichnet werden, obwohl es sich in Wirklichkeit um Gewaltverbrechen handelt.
Außerdem gäbe es eine hohe Dunkelziffer, da sich die Frauen nicht trauen, zur Polizei zu gehen, so dass die tatsächliche Zahl der Fälle nicht zu schätzen ist.
Das weltweit erste rechtsverbindliche Gesetz zur verhütung häuslicher Gewalt der ‘Istanbul-Konvention’ wurde in 2018 in Deutschland eingesetzt. Der unzureichende Einsatz dieses Gesetzes ist eindeutig. Lina Stotz von der Frauenrechtsorganisation Terre Des Femmes hofft, dass die künftige Regierungskoalition einige wirksame neue Initiativen durchsetzen wird. So fordert sie, dass mindestens 14000 neue Frauenschutzhausplätze geschaffen werden und die Polizei weitergebildet wird.
Die Weiterbildung der Polizei, behaupte ich, ist eine gute Idee, aber die anderen reaktiven Maßnahmen werden nur wenig zur Sicherheit von Frauen beitragen. Mehr Wert muss auf präventative Maßnahmen gelegt werden, wie z.B. die richtige Erziehung von Jungen und jungen Männern, und vielleicht auch auf eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft für diese Themen durch Aktionstage wie diesen am Donnerstag.
https://www.dw.com/en/violence-against-women-when-daily-life-becomes-a-nightmare/a-59917129
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